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Viele von euch kennen “ES”... Es ist klein, hat meist 300 – 3000 Einwohner, bis heute gibt es in vielen von ihnen kein DSL, Nachts sieht man nur selten jemanden auf der Strasse und jeder kennt dort jeden. Einige von euch wurden gezwungen, dort aufzuwachsen – und jeder hat wohl mittlerweile verstanden, was “ES” ist... Es ist wo alles begann – ES ist “DAS DORF”!

Die meisten der Gründer des NewNets kommen aus kleinen Dörfern in der Rhön und waren schon von klein auf Computerfanatiker, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass man bekanntlicher Weise in Dörfern nicht gerade die größte Auswahl an Freizeitmöglichkeiten hat. Sie gehören fast alle zu den Kindern, die sich noch daran erinnern können, wie vor und in der Schule C64-Kassetten, Atari 2600-Module, Telespiele und Ping Pongs getauscht wurden. Vor allem auch an die Nachmittage bei den Freunden Zuhause, bei denen unerbitterlich bis zum Rauschmiss durch die Eltern zusammen gespielt wurde. Egal was es war, wenn es einen Steuerknüppel oder eine Tastatur hatte, etwas auf dem TV blinkte und es grauenhafte monotone Samplegeräusche von sich gab, war es ein guter Freund des zukünftigen Newnetmembers.

Die Zeit schritt voran (wir befinden uns etwa im Jahre 1995) und die ersten L.A.N.-fähigen, gefühlte 100 Kilo schweren PCs wurden langsam erschwinglich und lösten den bis dahin ungeschlagenen Amiga 500 ab. In den Dörfern entstanden immer mehr BNC-Netzwerke von 3 – 8 Mann und das Spielen im sogenannten „L.A.N.“ wurde unter den Jugendlichen ein immer aktueller werdendes Thema.

1997 gründete unser damaliger Präsident und heutiger Schutzpadron “John Elnino Smith” in seinem überaus großen Dachboden das “NewNet”, was sich natürlich extrem schnell unter den Zockern rumsprach. Innerhalb weniger Wochen hatte sich der Dachboden gefüllt und von da an wurden JEDEN SONNTAG ab etwa 11 Uhr Morgens bis oft 1 Uhr Nachts alle möglichen Spiele von 'Duke Nukem 3D' über 'Broodwar' bis hin zu 'Quake' und anderen gespielt. Das Besondere dabei war, dass ständig neue Gesichter mit einem Rechner unter'm Arm auftauchten, die noch nie jemand gesehen hatte, aber unser John fand für alle einen Platz.

Mit der Zeit wurde das “Newnet Orga Team” immer stabiler und die Mitgliederanzahl des Newnet L.A.N. Clans betrug ca. 25 Personen. Mitte 1999 entschied sich der Clan daher, eine der – bis dahin – größten L.A.N.-Partys in der Region zu organisieren und mietete kurzerhand eine Mehrzweckhalle, beschaffte Server, lies vom Überlandwerk eine Starkstromversorgung legen und lud alle Zocker der Region zu ihrer ersten, drei Tage lang andauernden „Riesen L.A.N.-Party“ ein. Die Nachfrage war gewaltig und die verfügbaren Plätze restlos vergeben, so dass das Netzwerk sogar unter dem freien Himmel um die Halle herum ausgebaut wurde, außerdem kamen sogar alle Mitglieder unseres Partnerclans “EOD” aus dem Süden Deutschlands bzw. Österreich zur Unterstützung angereist.

Die Blüte des NewNets hielt bis etwa 2003 an, in dieser Zeit besuchten wir oft die L.A.N.-Partys des LOC E.V. und wurden auch durch deren Mitglieder stark auf unseren eigenen Veranstaltungen unterstützt.

Doch dann stand erstmal eine lange Pause an. Die meisten von uns mussten sich von einem Tag auf den anderen verstärkt um ihr Studium, ihre Ausbildung, ihre entstehenden Familien usw. bemühen, während viele ihre Dörfer verliessen um in verschiedene Städte des Landes (teilweise sogar außerhalb Deutschlands) zu ziehen, was den Durchmesser des NewNetgebietes von etwa 50 KM auf gut 2000 KM ansteigen lies.

Trotz der ganzen Strapazen schafften wir es immer in Kontakt zu bleiben, selbst wenn es sich dabei nur hier und da mal um eine Rundmail zwischendurch handelte. Sogar zwei, drei Treffen des Kerns beim alljährlichen weihnachtlichen “Nachhausepilgern” brachten wir irgendwie immer wieder zustande.

Knappe 3 Jahre später war es dann soweit! Die meisten hatten das Studium bzw. ihre Lehre abgeschlossen, Hochzeiten und Familienplanungen waren soweit auch unter Dach und Fach und das “Internet“ war endlich endlich schnell genug für unsere Ansprüche und verwandelte die Welt zum digitalen „Dorf” – eine gute Grundlage um dem NewNet wieder etwas Leben einzuhauchen, obwohl mittlerweile der halbe Erdball zwischen uns lag. Um dies zu bewerkstelligen zogen wir eine schlichte und dynamische Webseite auf der alten Clan-Domain auf – diese wurde zur Anlaufstelle für alle alten Mitglieder, von denen sich mittlerweile einige aus den Augen verloren hatten, zog aber zeitgleich auch viele neue Spieler an, was dem ganzen Projekt einen starken Auftrieb verlieh.

Wir schreiben das Jahr 2007. Die NewNet-Webseite wird etwa 300 mal am Tag aufgerufen, zu spitzenzeiten sorgen 4 volle Publicserver, sowie ein 24/7 belagerter Voiceserver für Stimmung und die Idee, nach all den Jahren eine „Jubiläums-Party“ zum 10-jährigen bestehen des NewNets zu organisieren, manifestiert sich in jedem 2. Satz der Mitglieder sowie der Stammspieler. Wenn man mal vom Vorbereitungsstress absieht und bedenkt, dass der neue Hauptorganisator des NewNets zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Deutschland lebt, L.A.N.-Partys vom aussterben bedroht sind und die „Killerspiel“-Debatte täglich aufs neue entfacht, kommt man schnell zu dem Schluss, dass solch eine Veranstaltung auch schnell in die Hose hätte gehen können, aber die Verlockung war einfach zu groß und letztendlich gingen wir das Risiko dann alleine teilweise schon der „Alten Zeiten“ wegen ein. Eine gute Entscheidung, wie sich später herrausstellte.

Die Party verlief am Ende weit besser als geplant und weil wir neben dem reinen Zocken am PC auch eine Konsolenecke einrichteten und mit einer zu diesem Zeitpunkt recht neu erschienenen 'WII'-Konsole und einigen jugendfreien Turnieren für ein sehr familienfreundliches Klima sorgten, wurde die kleine Halle recht schnell voll, da auch einige Eltern mit ihren Kindern aus der Umgebung angelockt wurden. So konnten die erschienenen alten Zocker bzw. Gründungsmitglieder sich nach all der langen Zeit endlich mal wieder zusammen setzen und über die 90er plaudern, während sie gleichzeitig die neuen und jüngeren Spieler kennen lernten, von denen sich viele zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Zockerparty befanden.

Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass sich das NewNet nach drei Tagen voller Turniere und Nostalgie um viele Spieler und Aufnahmeanfragen erweitert hatte – kaum zu glauben, aber wir waren zurück!

Im kommenden Jahr wuchs das NewNet täglich, zum einen, weil wir durch ein gestartetes Jugendprojekt, bei dem wir versuchten jungen Spielern unter die Arme zu greifen, starken Zulauf hatten, aber auch, da unser damaliger Online-Partner-Clan „F.T.G“ dem Team nach dem Besuch der Jubiläumsparty geschlossen beigetreten ist und wir durch diesen Mix mit einigen sehr starken Spielern auch in der ESL vertreten wurden, was aufgrund des Erfolges wiederum für recht viel Werbung sorgte. Das ganze ging soweit, dass die Webseite mittlerweile bis zu 1000 mal pro Tag besucht wurde, etwa 10 Gameserver bereit standen um dem Andrang gerecht zu werden und wir gut 10 Administratoren brauchten, um allen Anforderungen einigermaßen gerecht zu werden.

Anfang 2008 war es dann soweit, die „I love NewNet“-Zockerparty stand ins Haus und sollte selbstverständlich besser als die Party im vorangegangenen Jahr werden. Und das wurde Sie auch! Sehr schön an dieser Veranstaltung war, dass in diesem Jahr nochmals mehr der ganz alten Hasen in der Halle auftauchten, zudem wurden zwei weitere hartgesottene Spieler angeworben und wegen ihres Engagements kurz danach in das Organisationsteam aufgenommen. Aufgrund des unerwartet entstandenen finanziellen Überschusses während dieses Events entschieden wir uns in den folgenden Wochen dazu, noch im gleichen Jahr eine weitere Party zu veranstalten, und da wir bekanntlich nicht auf Profit aus sind, sondern grundsätzlich alle zusammen lediglich unsere Unkosten decken möchten, sollte die Teilnahme daran für alle Anwesenden ohne Kostenbeteiligung sein.

Worüber wir uns im Forum damals unterhielten weiss wohl keiner mehr so genau, aber am Ende befanden wir uns auf einmal mit Nebelmaschine, Beamer, einigen Konsolen sowie mehreren Zelten und Pavilions auf einem Campingplatz und forderten dort die verwunderten aber gut gelaunten Urlauber zu einigen Matches während der Abendstunden heraus – was für ein stimmungsvolles Klima!

Bis hierher könnte man denken, dass die Geschichte des NewNets wie ein Märchen klingt, bei dem alles immer nur super gelaufen ist, sich alle gern hatten und jeder freundlich miteinander umging - bis Ende 2008 war das bis auf einige wenige Ausnahmen sowie stressiger Momente meistens auch wirklich so, doch da das Organisationsteam total unterbesetzt war und sich keine weiteren Admins finden ließen, es unter den jüngeren und älteren immer öfter zu sinnlosen Auseinandersetzungen aufgrund verschiedener Ansichten kam und viele der neuen Mitglieder auf einmal meinten, etwas im professionellen E-Sports Bereich erreichen zu müssen während die anderen einfach nur aus Spaß spielen wollten, wurde es zusehends und in rapider Art und Weise immer schwerer alle zusammen unter einem Dach zu vereinigen. So kam es im ersten Quartal 2009 schlagartig zu einem richtig großen Knall, bei dem die zuständigen Administratoren auf der einen Seite das Jugendprojekt beenden mussten, während sich im gleichen Zuge zusätzlich einige der Ligaspieler nach einem, auf dieser Situation aufbauenden, Streit verabschiedeten - ein harter Schlag, der uns einen Großteil der hinzugekommenen Mitglieder kostete.

Einerseits traurig, andererseits aber auch froh endlich von dem übermäßigen administrativen Stress befreit worden zu sein, fingen wir ein paar Wochen nach diesem Vorfall mit der Planung der kostenlosen SLP 2009 an, um die restlichen angesammelten finanziellen Ressourcen zu verbrauchen. Dies sollte vorerst das letzte öffentliche und kostenlose Event sein, bevor dann am 18.09.2009, kurz nach einer recht erfolgreichen Abschlussparty alle online angebotenen Dienste bis auf weiteres komplett deaktiviert, und das NewNet für mehrere Monate auf das Forum reduziert wurde. Dies gab allen Beteiligten etwas Zeit um auszuspannen, aber vor allem diente es dazu festzustellen, wer dem NewNet den Rücken kehren würde sobald er sich selbst etwas engagieren müsste – und so reduzierte sich das NewNet, bis auf eine Handvoll Ausnahmen, wie erwartet langsam aber sicher wieder auf den „Kern“ der 90er zurück.

Am 17.02.2010, nach einer Pause von gut 5 Monaten erhielten alle in der Datenbank registrierten User dann ganz unerwartet eine kleine Rundmail in der angekündigt wurde, dass das NewNet offiziell wieder einen wöchentlichen "Zockabend" abhalten würde, allerdings (zumindest vorerst) ohne die Teilnahme an irgendwelchen Ligen oder anderen imperativischen Events. Alles was wir wollten, war einfach endlich wieder Spaß am gemeinsamen Spielen zu haben, und dass ohne von irgendwelchen Egozentrikern und jammernden schlechten Verlierern dabei gestört zu werden.

Nach einiger Zeit hatte sich alles langsam aber sicher wieder stabilisiert und neben der wöchentlichen „Fight-Night“ etablierte sich unser englischsprachiger „Live-Stream“, der das NewNet um Spieler aus der ganzen Welt bereicherte. Unter den Zuschauern befand sich glücklicherweise auch ein Grafiker und Videospielfanatiker aus Australien, der nach einigen Monaten dem NewNet-Team als Administrator beitrat und uns dabei half ein neues Logo sowie Grafiken für unsere zu dem Zeitpunkt recht eingestaubte Webseite zu entwickeln, die nun nach all der Zeit endlich auf Vorderman gebracht werden konnte.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2011. Das NewNet bietet seit einigen Monaten wieder mehrere kostenlose, gut gewartete Gameserver sowie andere Dienste an, veranstaltet hier und da spontan kleinere Gewinnspiele und trifft sich zweimal pro Woche zum geselligen Zocken, das durchschnittliche Alter des Administrationsteams liegt nun bei etwas über 30 Jahren und die Meetings laufen daher relaxed und ohne Gejammer ab. Die Webseite wird gepflegt und beinhaltet alle notwendigen Informationen für Neuankömmlinge, im Forum ist mal mehr aber auch mal weniger los und alle aktiven alten und neuen Mitglieder scheinen sich soweit recht Wohl zu fühlen und können sich endlich wieder mit dem NewNet identifizieren. Außer den im realen Leben angewandten „Verhaltensnormen“ wird ein explizit aufgestelltes Regelwerk als unnötig erachtet – wer freundlich ist und sich einbringt ist jederzeit herzlich Willkommen, alle anderen klicken einfach weiter oder werden notfalls ohne lange Diskussionen „Weitergeklickt“. Warum kompliziert, wenn es letztendlich doch auch ganz einfach geht?

Natürlich wissen wir nicht was die kommende Zukunft mit sich bringen wird, aber bis zur nächsten aktualisierung unserer Geschichte scheinen wir mit der Umstrukturierung vom „Superaktiven Riesen Clan“ zu einer einfachen „Community" mit einem kleinem administrativen Team besser denn je zu funktionieren. Zumindest haben wir in den letzten beiden Jahren gelernt, wie schnell man ganz ungeplant mit Hilfe des Internets aufsteigen, aber auch auf die Nase fallen kann wenn man nicht immer Wachsam ist - eine schmerzhafte Erfahrung die uns aber sicherlich in den kommenden Kapiteln der NewNet-Geschichte von Nutzen sein wird. Hoffentlich…